Freitag

Beim Einsteigen hatte der längst zur Gewohnheit gewordenen Regen aufgehört. Schon dieses kleine positive Zeichen genügte, um all Teilnehmer in frohgemute Stimmung zu versetzen. Je weiter die Fahrt dauerte, desto blauer zeigte sich der Himmel. Der Reiseleiter Herbert Rust dämpfte die Erwartungen der Reiselustigen ein Wenig mit seinen Ausführungen von der Rekognoszierung, welche offensichtlich bei miserabler Witterung stattgefunden hatte. Trotzdem stieg die Stimmung mit zunehmender Dauer der Fahrt immer mehr. Bald zweigte man von der Autobahn Mulhouse-Paris Richtung Süden ab und der Kreiselschmuck wurde immer reichhaltiger. Wir fuhren an alten Trotten, stählernen Riesen-Trauben und kompletten kleinen Rebbergen mitten in den Rondells vorbei: wir waren definitiv im Burgund angekommen. Nachdem wir sogar einen „Natur-Keller“ mit eingelagerten Fässern passiert hatten, war es Zeit für die erste Degustation.

Verwöhnt durch das einheimische Angebot vermochten die offerierten Weine jedoch nicht alle zu überzeugen. Wir waren überrascht, dass 4 von 5 Weinen von weissen Trauben stammten und nicht wie erwartet, kräftige Rotweine um unsere Gunst warben!

Nach der Degustation im Hause Olivier Leflaive zu welcher auch ein Mittagessen in 3 Gängen gehörte, ging es weiter zum Hotel. Bald bestätigt sich auch dort unsere erste Burgund-Erfahrung, dass wir uns in einem Anbaugebiet von hauptsächlich weissen Weinen befanden.

Samstag

Am Samstagmorgen ging es mit dem technischen Teil des ausgesprochenen „Männerprogramms“, welches uns die Reiseleitung zusammengestellt hatte weiter. Im Château de Savigny konnten wir die ganze technische Entwicklung von der Draisine bis zur Ariane-Rakete bestaunen. Die verschiedenen Schwerpunkte der Ausstellung wie Autos, Motorräder, Kampf-Flugzeuge, Feuerwehrgerät und Rebbau-Traktoren fanden alle ihre Interessenten. Leider konnten die Technik-Fans unter uns das Gebotene nur sowohl mit einem lachenden, als auch mit einem weinenden Auge geniessen. So interessant die einzelnen Exponate waren, so dringend nötig hätte das meiste eine sorgfältige Restauration gebraucht!

Die anschliessende Degustation mit integriertem Mittagessen fiel wieder sehr versöhnlich aus. Einerseits verzichtete der Gastgeber auf die angedrohte Portion Burgunder-Schnecken und anderseits wurde diesmal vom besten Wein (einem Roten) auf Verlangen sogar nachgeschenkt!

Anschliessend verbrachten wir ein paar Stunden im schönen Städtchen Beaune. Hier spürte man auf Schritt und Tritt, was der französische Ausdruck „Savoir vivre“ bedeuten könnte!

Sonntag

Nach dem guten Frühstücks-Buffet im Hotel Kyriad ging es schon wieder auf die Heimreise. Sobald wir die Autobahn in Besançon verliessen, präsentierte sich die Landschaft nochmals von einer sehr französischen Seite. Willy Gloor, unser bewährter Chauffeur und Inhaber des Cars fuhr bald einmal ab der Strasse und überraschte uns an diesem herrlichen Sonntagmorgen mit einem Apéro, den er aus den Tiefen seines Fahrzeuges hervorzauberte. Kurz nach der Landesgrenze, in Travers, wurde zum Mittagessen angehalten. Das „Crête de l`anneau „ wirkte von aussen eher unscheinbar, aber im Innern war es umso leistungsfähiger! In Erinnerung bleiben wird es uns allerdings vor allem wegen der einmaligen Akustik, der grünen Fée und dem freundlichen Personal, welches vor allem die jüngeren Mitglieder des MTV gut versorgte.

Es war ein überaus gelungener Schlusspunkt eines herrlichen Wochenendes im Burgund.

(Karl Holliger)

 

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